Lösemittelaufbreitung

Anlagenempfehlung und Produktübersicht

Waschreiniger und Lösemittel zurückgewinnen

Essay über die Nachhaltigkeit

 

Einführung

Bei der Reinigung von Produktionsanlagen, Behältern und Werkzeugen etc. werden organische, brennbare und zunehmend wässrige Lösemittel eingesetzt. Nach der Reinigung sind diese stark verschmutzt und müssen meist teuer entsorgt werden. OFRU Recycling widmet sich diesem Problem und stellt Anlagen her, mit denen verschmutzte Reinigungsflüssigkeiten "im eigenen Betrieb" wiederaufbereitet werden können. Die eigene Aufbereitung hat den Vorteil, daß Einkaufs- , Entsorgungs- und Lagerhaltungskosten erheblich reduziert werden können. Die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anschaffung soll im Folgenden betrachtet werden.

Reinigung mit Lösemitteln

Klassischerweise erfolgt der Einsatz von Lösemitteln einmal als Verdünner für Lacke und nach der Verarbeitung von Lacken. Hier sind zum Beispiel Kunstharz- bzw. Universalverdünner zu nennen, die als Lösemittel Xylol, Toluol, Benzine, Ester und Alkohole enthalten. Wesentliche Eigenschaften sind neben dem guten Lösevermögen die Verdunstungsgeschwindigkeit, sowie der Flammpunkt; letzterer aus sicherheitstechnischen Gründen.

Für die Reinigung von Produktionsanlagen, Leitungen und Behältern werden praktisch die gleichen Lösemittel eingesetzt. Zunehmend geht man jedoch über, Lösemittel einzusetzen, welche entweder einen hohen Flammpunkt besitzen oder zum Großteil aus Wasser bestehen. In manchen Branchen wird eine solche Verwendung/Umstellung bereits vorgeschrieben. Hierbei denkt man insbesondere an die Vermeidung der Entzündung und an die Reduzierung von Emissionen beim Umgang mit Reinigern.

Was ist bei der Reinigung zu beachten?

Meist werden zur Reinigung von Produktionsgeräten, Behältern, Fässern etc. Ex-geschützte Waschanlagen eingesetzt. Diese Anlagen verarbeiten das Lösemittel im Kreislauf. Um sicherzustellen, daß die Oberflächen schnell und gründlich gereinigt werden, muß der Reinigungsverdünner möglichst unverbraucht sein.

Lösemittel können nur eine bestimmte Menge eines Lackrestes lösen. Man spricht dann von "Erschöpfung", was bedeutet, daß der Schmutz nicht mehr entfernt, sondern nur noch verteilt wird. Dies führt zu schlechten Waschergebnissen und zu einer unbefriedigenden Waschleistung.

Wünschenswert ist es daher, stets auf frische Reinigungsflüssigkeiten zurückzugreifen. Aus Kostengründen jedoch, wird die Erneuerung der Lösemittel möglichst lange hinausgeschoben. Das es auch anders geht, zeigen moderne Aufbereitungstechniken, welche mit einer sehr hohen Wiedergewinnungsrate die Lösemittel beispielsweise von Lacken oder Harzen trennen.

Bisherige Entsorgungsmöglichkeiten

Was geschah bisher mit den verschmutzten Lösemitteln? Praktisch gab es bisher drei Möglichkeiten

 

Entsorgungsmöglichkeiten von Lösemitteln
ABC
Ordnungsgemäße Abfallbeseitigung durch eine Entsorgungsfirma (Entsorgungsfachbetrieb)Rücknahme durch Lieferanten durch NeuwareAufbereitung durch Lohndestillation

 

A.) Die ordnungsgemäße Vernichtung ist im Abfallbeseitigungsgesetz festgelegt. Es dürfen nur von den Behörden zugelassene Abfallbeseitiger beauftragt werden. Die Kosten liegen in Deutschland bei ca. 0,50 EUR/Liter oder noch mehr, wenn es sich um Kleinmengen handelt. Die Vernichtung erfolgt meist durch die Verbrennung. Die Kosten sind im wesentlichen abhängig vom Brennwert und H2O-Gehalt.

B.) Häufig kommt es vor, daß sich der Lieferant bereit erklärt, gegen Kauf von neuen Lösemitteln die verschmutzten Lösemittel zurückzunehmen. Nachteil ist hier die Abhängigkeit vom Lieferanten. Dennoch fließen dadurch hohe Beträge in die Entsorgung und man entgeht nicht dem Trend steigender Lösemittelpreise. Ein Vergleich zur "eigenen Aufbereitung" zahlt sich erfahrungsgemäß aus.

C.) Größere Lösemittelmengen werden zu Dienstleitungsunternehmen, sprich Lohndestillateuren gegeben. Das Lösemittel wird aufbereitet und dem Unternehmen wieder zur Verfügung gestellt. Evtl. Nachteile: Ungewissheit der gleichbleibenden Lösemittelqualität und die unbefriedigende Wiedergewinnungsrate. Die Wiedergewinnungsrate bei der eigenen Aufbereitung liegt wesentlich höher.

Reinigen verschmutzter Lösemittel

Wie erwähnt, sind die Verschmutzungen in den Lösemitteln gelöst. In der lackverarbeitenden Branche beträgt der Lackanteil in der Reinigungslösung bis zu 30%. Eine Reinigung durch einfache Filtration oder auch Membrantechnik ist meist nicht möglich.

Selbst wenn der Feststoffanteil weit über 50% übersteigt, ist das effektivste Verfahren das Destillationsverfahren, um alle Festkörper von der Flüssigkeit zu trennen. OFRU Recycling stellt dementsprechend seit über 20 Jahren Anlagen her, mit denen organische und wässrige Lösemittel im Destillationsverfahren wiedergewonnen werden können. Die zurückgewonnenen Lösemittel sind sauber und klar und können erneut für Reinigungsprozesse eingesetzt werden.

Vorteile der eigenen Aufbereitung

  • Reduzierung der Einkaufs- und Entsorgungskosten um mehr als 90%
  • Recycling kostbarer Lösemittel mit einer hohen Ausbeuten
  • Unabhängigkeit von Fremdfirmen, die Lösemittel aufbereitenn
  • Gewissheit, daß das eigene Lösemittel in der gleichen Qualität wieder zur Verfügung steht.
  • Stets frische Lösemittel vorhanden.

Aufbereitungstechnik für verschmutzte Lösemittel

Verschmutzte Lösemittel (organisch oder wässrig) können durch Verdampfung und anschließender Kondensation aufbereitet werden. Hierfür bietet OFRU eine breite Palette an Destillationsanlagen an. Je nach Anforderung werden Geräte eingesetzt, mit denen pro Stunde 2 bis 2000 Liter aufbereitet werden können. Idealerweise werden diese Geräte mit bereits existierenden Waschsystemen in Kombination eingesetzt.

Das verschmutzte Reinigungsmittel wird zunächst entweder per Hand, Pumpe oder Vakuum in die Verdampferblase gefüllt. Im Mantel der Verdampferblase befindet ein Wärmeträger, welcher die verschmutzte Flüssigkeit erwärt. Dieser kann als Dampf, Heizwasser- oder Thermoölheizung ausgelegt werden. Bei Erreichen der Siedetemperatur beginnt das Lösemittel zu verdampfen. Die Dämpfe durchströmen einen Kondensator, wo sie verflüssigt werden und treten als sauberes, klares wiederverwendbares Lösemittel aus.

In der Verdampferblase bleibt der Schmutz zurück, welcher aufgrund seiner noch hohen Temperatur leicht flüssig abgelassen werden kann. Werden hingegen die Feststoffe trocken "ausgedampft", so empfiehlt sich die Verwendung von Destillationsbeuteln. Diese werden vor der Destillation in den Verdampferkessel eingesetzt, enthalten die Schmutzlösung und können nach der Destillation einfach aus der Anlage herausgehoben werden. Aufwendige Reinigungsarbeiten durch Spachtel etc. entfallen. Nach der Erstarrung der Rückstände empfiehlt sich eine Sammlung in alten Gebinden. Oft ist dann eine ordnungsgemäße Vernichtung über eine normale Deponie möglich.

Wiederverwendung des gereinigten Lösemittels

Das Lösemittel kann so, wie es nach der Destillation anfällt, für die Reinigung wieder eingesetzt werden. Beim wiederholten Gebrauch, kann es vorkommen, daß das Gemisch an "Schärfe" verliert, weil Niedrigsieder mit der Zeit verdampfen. Zur Erzielung der ursprünglichen Qualität genügt es erfahrungsgemäß, die Verluste durch Frischware auszugleichen oder Ester wie Äthylacetat zuzusetzen.

Wesentliche Faktoren der Kostenrechnung

Zur Beurteilung der Anschaffung einer Rückgewinnungsanlage, müssen wesentliche Einflußfaktoren zusammengetragen werden:

  • Welche Mengen werden zu welchem Preis eingekauft?
  • Was passiert mit der Schmutzware?
  • Entstehen Kosten für die Vernichtung oder Abtransport oder wird die Schmutzware kostenlos vom Lieferanten abgeholt? Letzteres sicherlich nur, wenn man sich längerfristig bindet.
  • Wie groß ist der notwendige Lagerraum? Welche Auflagen bestehen für die Lagerung neuer und verschmutzter Lösemittel?

Hinsichtlich der geplanten eigenen Aufbereitung sind folgende Punkte von Bedeutung:

  • Energieaufwand, um das Lösemittel zu verdampfen (ca. 15 kW/h für 100 l)
  • Kondensation durch Wasser oder Luftkühlung?
  • Personaleinsatz zur gelegentlichen Kontrolle und Reinigung (max. ½ h/ 100 l)
  • Vernichtung der Destillations-Rückstände (Preis/Tonne)

Amortisationsdauer

Erfahrungsgemäß liegt die Amortisation von Destillationsanlagen zur Lösemittelrückgewinnung bei max. 3 Jahren, unabhängig von der Anlagengröße. Es gibt Anwendungsfälle, bei denen Sie die Anschaffung bereits innerhalb weniger Monate bezahlt gemacht hat. Dies ist insbesondere Abhängig von den jeweiligen Entsorgungskosten und dem Lösemitteleinkaufspreis. Bereits bei kleinen Mengen kann sich eine Anschaffung lohnen.

Nachfolgende Grafik soll die Amortisationsdauer in Abhängigkeit von der Menge der Schmutzware und des Lösemitteleinkaufspreises darstellen. Einbezogen wurde der jeweilige Anschaffungswert und die Entsorgungskosten von EUR 0,65 pro Liter Schmutzlösung. Je nach eingesetzter Anlage sind unterschiedliche Abschreibungen möglich. Die Anzahl der Monate können mit der Anlagenkonfiguration (Anschaffungspreis) variieren.

Bedingungen für die Aufstellungen

Kleinanlagen sind, bezogen auf Deutschland, nicht genehmigungspflichtig, sondern nur anzeigepflichtig. Zuständigkeiten sind in den einzelnen Regionen verschieden; größtenteils ist nur die Gewerbeaufsicht zu benachrichtigen Die Anlagen werden Ex-geschützt gefertigt. Somit können auch brennbare Lösemittel destilliert werden. Die Aufstellung erfolgt in einer explosions- und feuergeschützten Zone oder können auch überdacht im Freien installiert werden.

Schlusswort

Die eigene Aufbereitung verschmutzter Reinigungsflüssigkeiten zahlt sich meist kurz bis mittelfristig aus. Insbesondere in Kombination mit vorhandenen Wasch- bzw. Reinigungsanlagen spricht vieles für den Einsatz einer Aufbereitungsanlage um Entsorgungs- und Einkaufskosten niedrig zu halten. Täglich frische Lösemittel verfügbar zu haben, ist heute kein Luxus mehr und kann durch die eigene Kreislaufwirtschaft kostengünstig realisiert werden.

Für weitere Informationen steht Ihnen gerne unser Vertriebsteam zur Verfügung.

Telefon: +49 6023 50422-0 oder sales (at ) ofru dot com

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